Voraussetzungen:

Mit dem Experiment in der Gerbergasse wollten wir eine andere Technik testen und herausfinden, wie die Leute im öffentlichen Raum auf eine unerwartbare Installation reagieren, die ihre Bewegungen mit einem Lichtschweif nachzeichnet.

Das Experiment wurde in der Gerbergasse in Basel installiert, eine von Fussgängern stark frequentierte Strasse. Mit der Kamera suchten wir schliesslich die Reaktionen der Passanten einzufangen, die sich plötzlich von einem Lichtschweif „verfolgt“ sahen. Interessant war auch die Fragestellung, ob sich eine Veränderung ihres Verhaltes erkennen liesse, nachdem sie auf den Lichtschweif aufmerksam geworden waren.

 

Reflexion

Es liessen sich klare Verhaltensunterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern nachweisen. Erstere suchten sich – nach einem kurzen Überraschungsmoment und der Vergewisserung, dass ihnen der Lichtschweif tatsächlich nachfolgte – dem Tracking relativ rasch zu entziehen. Die Passanten, die den Effekt an einer Person vor sich beobachten konnten, reagierten mehrheitlich auf die gleiche Art und Weise: Sie nahmen eine beobachtende Position ein und sahen dem Treiben aus sicherer Entfernung interessiert zu.
Die Kinder wiederum reagierten sehr offen und liessen sich auf das Lichtspiel ein. Während sich ihre Eltern grösstenteils passiv verhielten, animierten sie ihre Kinder dazu, sich in die Trackingzone zu begeben.

An dieser Stelle möchte ich einen wichtigen Hinweis zu Auftritten im öffentlichen Raum anfügen: Gewisse Personen reagierten höchst unerwartet – bei einigen Menschen lösten unsere Aktionen grosse Verunsicherung bis starke Aggressionen aus. Dies müsste vielleicht zu einem erneuten Überdenken von Aktionsspielräumen im öffentlichen Raum veranlassen.

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